Letzte Woche überraschte uns Google nach dem ohnehin schon bekannten neuen Nexus 7 mit einem kleinen per HDMI mit dem TV zu verbindenden Stick namens Chromecast.

Sit back, watch together

Es handelt sich aber nicht um eine Evolution von Google TV oder des Nexus Q – erinnert sich an den noch irgendwer?

Chromecast hat zwar Ähnlichkeiten mit den den beiden anderen, eher wenig erfolgreichen Home Entertainment Produkten der letzten Jahre, aber das was es anders macht ist eigentlich spannend.

Chromecast ist nicht Airplay

Bereits während der Präsentation hörte ich die Vergleiche mit Apples Lösung. Dieser Vergleich liegt ja auch nahe, aber schnell zeigte sich, dass es so einfach nicht ist. Google hat nicht Airplay nachgebaut und davon waren viele erstmal enttäuscht.

Im ersten Moment sah es so aus als könne man nur Google Play Music/Movies und Youtube damit vom Android Phone aus fernsteuern. Dann wurde klar, dass dies auch von iOS und Chrome am Desktop funktioniert. Schon einmal ganz gut, weil Plattformunabhängigkeit für mich immer essentiell ist.

Aber trotzdem fehlte vieles. Darauf folgte eine Demo von Netflix über Chromecast. Dieser Dienst ist in Europa zwar nicht verfügbar, aber das bedeutete es gibt eine API! Aber es war weiter nur eine Fernsteuerung.

Echtes Display Mirroring kann das Ding also nicht und so schrieb das Web, dass es wohl nur Inhalte aus dem Web abspielen können wird. Ich las mich in die Doku der Preview API ein und stellte fest, dass aus technischer Sicht jede Chromecast App aus zwei Teilen besteht. Einem Sender und einem Receiver. Der Receiver läuft am Chromecast und dem ist es herzlich egal woher die Daten kommen die er abspielt. Also spricht auch nichts dagegen, dass der Sender, also das Android/iOS/Chrome Device auch der Content Server ist. Somit kann ich lokale Inhalte an das Teil übertragen. Jetzt, einige Tage nach der Präsentation wurde diese Vermutung auch durch diverse Quellen im Web bestätigt. Warum uns Google das in ihrer Präsentation verschwiegen hat bleibt mir ein Rätsel.

Viel mehr als nur Fotos, Musik und Videos

Sofort kamen mir viele Ideen was man damit machen könnte, außer “nur” Musik vom Device am TV abzuspielen. Der Unterschied zu AirPlay ist nämlich, dass wir hier zwei Apps haben, die der Entwickler bauen muss und somit sich zurecht legen kann wie er will.

Wie wäre es mit einer Presenter App? Während der TV/Beamer meine aktuelle Präsentationsfolie anzeigt, sehe ich am Device meine Notizen dazu, die nächste Folie und kann die Inhalte am Beamer verändern und das geht sogar gleichzeitig mit mehreren Präsentatoren auf verschiedenen Devices.

Oder ein Remote Whiteboard und sogar Multiplayer Spiele ließen sich auf gewisse Art realisieren.

US Only

Dieses kleine 35$ Wunderding mit so viel Potenzial hat aber zwei kleine Hacken. Es ist aktuell nur in den USA erhältlich und wir wissen nicht ob es sich wirklich durchsetzt. Denn dies ist bereits Googles dritter Versuch endlich diese Lücke im Ökosystem zu schließen und die beiden anderen gingen ziemlich daneben.

Trotzdem hoffe ich auf Umwegen irgendwie an so ein Gerät zu kommen um meine Vermutungen zu bestätigen und meine Ideen um zu setzten.