Big Black Box

Es war nicht einfach meine unglaubliche Freude zu verbergen und nicht, wie aus einer Werbung für einen Online Schuh Handel bekannt, zu schreien als mir der Postbote den riesigen Karton überreichte. Das erledigte ich dann nachdem sich die Tür zu meiner Wohnung wieder geschlossen hatte. Trotz diese großen Freude fiel mir etwas sofort auf, die Kiste war ganz schön schwer. Ich öffnete also die braune Versandbox und fand darin eine nicht wesentlich kleinere schwarze Kiste und natürlich war diese immer noch schwerer als erwartet. Viele von euch haben sicher in einigen Berichten bereits gelesen wie groß die neue XBOX doch ist und dies schien mir an Hand des Gewichts auch immer wahrscheinlicher zu sein. Ich erwartete einen Kollos.

Unboxing

Nein, es gibt hier nun kein Unboxing Video, aber so viel sei gesagt, wenn ihr die Kiste öffnet seht ihr erstmal Kinect. Der neue Sensor ist wirklich groß. Er ist breiter und höher als der Vorgänger und auch merklich schwerer. Das zusätzliche Gewicht lässt ihn aber auch um einiges qualitativer erscheinen. An den Anblick der großen Linse am Sensor solltet ihr euch übrigens gewöhnen denn die sieht euch ab jetzt praktisch immer wenn ihr auf der Couch lümmelt.

Weiters findet ihr hier das was ihr an so Kabeln braucht und das neue Headset, welches sich übrigens gleich als erster großer Kritikpunkt darstellt. Dieses klapprige Plastikding fühlt sich furchtbar in der Hand und noch viel schlimmer am Kopf an. Da wird es wohl hoffentlich bald eine Alternative geben. Schade, dass Microsoft hier spart. Bei der Qualität wäre es mir lieber gewesen sie hätten es gleich weggelassen.
Hat man diese Schicht überwunden findet ihr die Box selbst. Eine große, eckige, schwarze Kiste. Jedoch ist sie, subjektiv betrachtet, nicht so groß wie ich erwartet habe. Das lies sich gut daran feststellen wie viel Platz ich schon im TV Schrank frei gemacht hatte und wie viel davon nun ungenutzt ist. Ja sie ist größer als die 360 Slim, aber riesig ist sie nicht. Dafür aber umso minimalistischer. An der Vorderseite finden wir nur das “X”, welches als Ein/Aus Schalter dient und den Einschub für Spiele, CDs und BluRays. Die Oberseite ist zur einen Hälfte Klavierlack zur anderen Lüfterschlitze. Die Rückseite ist dafür voller Anschlüsse. HDMI IN und OUT, Netzwerkbuchse, mehrere USB Anschlüsse, einen etwas umgebauten USB Anschluss für KInect und noch ein paar andere findet man hier.

Mir gefällt dieses minimal Design übrigens richtig gut. Ich bin mir aber darüber im Klaren, dass sich viele mehr Details und “BlingBling” gewünscht hätten. Noch etwas zur Größe, das Netzteil ist merklich kleiner als das der 360 aber es ist noch immer groß.

Am Controller hat Microsoft wirklich nicht viel verändert und darüber bin ich sehr froh. Die einzigen Veränderungen die wirklich auffielen sind, dass das Batteriefach hinten nicht mehr hervor steht und dass die beiden Trigger nun etwas rund zur Seite zulaufen. Beides finde ich super und machen als Detailverbesserungen den Controller besser. Auch das ForceFeedback wurde verbessert, was vor allem in Forza echt gut zur Geltung kommt.

Setup

Ich habe das Ding verkabelt wie es sich gehört. Meinen Satelliten Receiver habe ich an den HDMI Eingang der Box angeschlossen und die Box selbst per HDMI an den AV-Receiver meiner Home Cinema Anlage, welche dann das Bild an den TV weiterreicht, angeschlossen. Kinect noch schnell oben über den TV, Netzwerkabel vom Switch an die Box und schon ist man fertig.

Nun startet  man das Ding zum ersten Mal und klickt sich durch ein paar Settings. Das ging sehr schnell. Dann begann der gefürchtete DayOnePatch zu laden und auch hier ging alles schneller als erwartet. Klar meine Internetverbindung ist recht schnell und ein wenig warten muss man schon, aber ich habe schon viel länger auf Updates gewartet. Mein alter BluRay Player war hier um einiges langsamer.

Nun noch schnell bei XBOXLive anmelden, Kinect erklären wie man aussieht, was übrigens auch viel schneller geht als auf der 360, und los spielen! Dachte ich zumindest, dem war aber nicht so.

Ich ersetze ja mit der XBOXOne meinen alten BluRay Player, jedoch musste ich dafür erst die “BluRay App” aus dem store installieren. Das selbe gilt für Skype, TED und sogar für den Player für Audio CDs. Das Gute daran ist, dass die Installationen im Hintergrund geschehen und sehr schnell sind. Man klickt also durch was man alles braucht und nach und nach erscheint plötzlich alles im Dashboard, welches übrigens genau wie von Windows 8 bekannt aussieht und sich erstaunlich gut am TV steuern lässt.

Doof werden diese Installationen wenn man zum ersten mal ein Spiel spielen will, denn auch dieses muss erst installiert werden und das dauert. Damit aber nicht genug, denn Forza 5 erhält natürlich beim ersten Start auch gleich einen DayOnePatch.

Ihr braucht Zeit

Ich seht also vom Auspacken bis zum ersten mal ein spiel spielen vergeht etwas Zeit. In meinem Fall dauerte dies vom übernehmen des Pakets bis zum Intro von Forza ca. eine Stunden. Dann war alles, inklusive Apps und TV, richtig konfiguriert und installiert.

Butterweich

Wenn erstmal alles läuft dann kann man sich auf genau das freuen was Microsoft versprach. Das System läuft perfekt rund. Keine Ruckler, nichts holpert und spätestens wenn man man mit einem Supersportwagen durch die atemberaubende Stadtlandschaft von Prag rast, jede Bodenwelle am Zeigefinger spürt und der Himmel sich im unglaublich detaillierten Wagen spiegelt ist man verloren. Es ist einfach ein irres Gefühl. So habe ich mir NextGen vorgestellt.

Auch das wechseln zwischen Spielen, Apps und TV läuft genau wie geplant. Das Spiel verzieht sich sauber in ein Live Tile und man wechselt zu TV und genau so schnell und ohne Laden wieder zurück. Perfekt für ein Rennen in der Werbepause.

Unscheinbare Integration

Microsoft will zwar mit der Integration von TV und großem Medienangebot wie Filmen, TV, Musik und einigen Apps wie zum Beispiel TED die XBOX zu eurem zentralen Mediengerät in eurem Wohnzimmer machen aber so zentral die Rolle auch ist, so sehr hält sich die Box selbst im Hintergrund. Auf Grund des unscheinbaren Design verschwindet sie fast im TV Schrank.

Wäre da nicht das alles sehende Auge von Kinect, das es in einer unglaublich kurzen Zeit schafft alle Personen im Raum auch bei schlechten Lichtverhältnissen zu erkennen und anzumelden, würde man sie gar nicht bemerken. Leider fehlt im deutschsprachigen Raum die Spracherkennung für Kinect noch, aber ich hoffe diese wird bald nachgereicht.

Ein weiterer Grund warum die XBOX so unscheinbar ist ist, dass sich Microsoft offensichtlich um eines der größten Probleme der 360 gekümmert hat. Die XBOXOne ist unglaublich leise. Sowohl das Laufwerk als auch der Lüfter ist eigentlich nicht zu hören. Ein großes Lob dafür von meiner Seite.

Mobile

Wir haben 2013 und so darf eine mobile Komponente nicht fehlen. Natürlich gab es SmartGlass auch schon für die 360, aber mit der neuen App für die XBOXOne ist hier einiges an Funktionalität dazugekommen. Neben der einfach Bedienung der Xbox, kann man Nachrichten lesen und schreiben, seine Erfolge mit Freunden vergleichen und sich auch die am Game DVR erstellten Spielereplays seiner Freunde ansehen. Am Besten genießt man die App übrigens auf einem Tablet.

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Preis: Kostenlos

Fazit

Ich habe mich in erster Linie auf Grund der exclusive Titel für die Xbox One entschieden und würde mich jederzeit wieder so entscheiden. Microsofts XBOXLive Cloud macht, zumindest bei mir, auch am Release Tag einen guten Job und lässt mich Problemlos spielen. Die Integration in das Heimkino ist super und auch sonst habe ich kaum etwas zu bemängeln. Einzig das Spielerwechseln ist etwas gewöhnungsbedürftig und das bereits kritisierte Headset trüben meinen ersten Eindruck.

Ihr habt vielleicht bemerkt, dass ich noch nicht sehr viel zu Spielen gesagt habe, aber keine Angst das kommt noch. Dazu muss ich aber noch selbst mehr spielen um genaues sagen zu können. Nächste Woche gibt es dann aber ein Review zu Forza 5 und Battlefield 4.